Logos, Schriftzüge und Illustrationen gibt es seit neuestem relativ günstig bei Pitchwork. Vermutlich eins dieser Angebote, die für den Käufer günstiger sind als für den Designer, aber Selbstausbeutung bleibt ja jedem selbst vorbehalten :)

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Die Sache mit dem Pitchen…

 Business, Dokumentation  Kommentare deaktiviert für Die Sache mit dem Pitchen…
Jun 262008
 

Als Pitchen wird landläufig bezeichnet, wenn z.B. eine Werbeagentur gegen andere Werbeagenturen antritt, um einen Auftrag zu holen. Bis neulich kannte ich dieses Vorgehen aus der Dokumentation eigentlich nicht. Konzepterstellung, kleiner Probeauftrag – durchaus normal. In einem Pitch gegen Mitbewerber anzutreten – Neuland.

Obwohl der potentielle Kunde etwas eigenartig in der Kommunikation war, wollte ich nicht einfach nein sagen. Immerhin hatte er eine wirklich reizvolle Software zu bieten, die übers Netz getestet und dokumentiert werden sollte. Also einige Mails hin und her, bis dann sein Pitch-Vorschlag kam: insgesamt drei Dienstleister sollten gegeneinander antreten, diese und jene Aufgabe war zu lösen für die maximale Summe von X. Zugesagt, getan, und Ergebnis übermittelt.

chess

Bald danach die Absage: Ich sei zwar die beste der drei gewesen, aber sie hätten sich dafür entschieden, niemanden zu nehmen, da ihnen insgesamt das Preis-/Leistungverhältnis nicht gefiel. Dazu gab es noch eine Bemerkung über „zuwenig Screenshots“ – dem ja leicht abzuhelfen gewesen wäre, wenn der Kunde seine Wünsche vorab etwas artikuliert hätte. Das habe ich dann auch zurückgemailt, die Rechnung gestellt und die Sache für mich abgehakt.

Bis zum letzten Wochenende, an dem ich mit einem Kollegen aus der Druckbranche sprach, und der meinte lapidar:  „Tolles Geschäft, so hat diese Firma von drei Leuten sehr gute Arbeit und kann sich nun selbst raussuchen, in welchem Stil sie weiterschreibt. Das ist in der Grafik- und Werbebranche relativ üblich.“

Hoppla – soweit hätte ich nie gedacht! Es fühlte sich zwar von Anfang an vage so an, als ob dieser Kunde eigentlich nie vorhatte, die Dokumentation extern zu vergeben (es klang permanent durch, dass die Kosten als zu hoch betrachtet wurden). Es gab viele Fragen in den Mails, die ich natürlich alle recht ausführlich beantwortet habe, aber nie einen Griff zum Telefon (so gibts alles frei Haus zum Weiterverteilen). Trotzdem wäre ich nicht auf solch einen Zusammenhang gekommen.

Mein Fazit: Auch wenn so ein Pitch mal eine interessante Abwechslung bringt, so lohnt er doch vermutlich nicht den Aufwand und führt schlimmstenfalls dazu, dass man als Dienstleister mehr Arbeit als bezahlt hineinsteckt, bloß um zu gewinnen – und sich damit erst recht ins Aus schießt, da es dem potentiellen Kunden nur darum geht,  für wenig Geld Konzepte und Optimierungsvorschläge für seine aktuelle Dokumentation zu bekommen.

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