P.S. Was ich auch im nächsten Jahr nicht mögen werde

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Dez 312008
 

…sind Blogparaden, die offensichtlich ausschließlich dazu dienen, irgendein vorher weniger bekanntes Blog hochzupromoten.

Eigenwerbung hin oder her, darauf habe ich keine Lust. Sollen andere sich vor solche Online-Karren spannen lassen, Netzwerken sieht für mich doch noch etwas anders aus.

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In seinem Blog fragt Carsten Seifert nach unseren Erfahrungen mit dem ersten Kunden.

Es war 1999, meine Promotion war durch, ich hatte von Chemie genug (nach 10 Jahren ist es bei mir immer Zeit für Veränderung) und ich wollte in den Norden. Eine klassische Anstellung musste es nicht sein, doch womit Geld verdienen?

Da fiel mir die Idee in den Schoß, oder besser gesagt eine Software-Spezifikation, begleitet von den magischen Worten: „Sowas kannst du auch schreiben“. Ein Background in Naturwissenschaften, langjährige Rechnererfahrung, sehr gute Deutschkenntnisse (die beim gern genommenen Korrekturlesen der Doktorarbeiten in der Abteilung weiter geschärft wurden) und sehr gute Word-Kenntnisse – ein handliches Paket, das mir den Weg in die technische Dokumentation ebnen sollte.

Ich ließ die Idee in meinem Freundeskreis fallen, und prompt gab mir ein Freund einen ersten Auftrag in Wien. Also auf nach Österreich!

In Wien ware einige Kastanien aus dem Feuer zu holen. Große Firma A (Deutschland), große Firma B (Österreich) und Unterauftragnehmer C (bei dem ich war), eine Konstellation, in der von Anfang an einiges an Reibung herrschte. Zunächst galt es, das Systemarchitekturdokument (SAD) glattzuziehen, dann an der Testspezifikation mitzuarbeiten. Auch die Requirements-Tabelle habe ich zusammengestellt (eine Auswertung von Vertrag und SAD), deren ungeprüft übernommenen Fehler in diesem QM-kontrollierten Projekt noch Jahre später jedermann am Bein hingen. Die Inhalte waren recht technisch, sehr entwicklungsnah, sehr spannend und hatte in zweiter Näherung etwas mit Radarstationen zu tun.

Was habe ich mitgenommen? Eine erste Erfahrung, wie ungeheuer politisch Softwareprojekte sein können; die Wichtigkeit eines guten Arbeitsklimas; die Macht und Mächtigkeit von QM; die Geduldigkeit von Papier, besonders wenn es eine Dokumentennummer hat; und die tolle Erfahrung von selbstbestimmtem Arbeiten. Es gab noch ein paar Folgeaufträge, und hätte es mich nicht nach Bremen gezogen, so wäre ich vermutlich einige Jahre in Wien geblieben.

Trotzdem war es gut, dass ich im folgenden Projekt eine Kollegin hatte, die Dokumentation und Übersetzung studiert hatte und von der ich einiges lernen konnte. Aber das wäre ja schon der zweite Kunde, den gibts ein anderes Mal :)

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