Falls Sie es nicht mehr ertragen, wenn Netzschreiber „seit“ und „seid“ verwechseln, können Sie diese direkt zu dieser leicht polemischen Seite verweisen.

Zum Thema Deppenapostroph gefunden: die Seite Idiotenapostroph, auf der sich auch Links zu einer Reihe verwandter Seiten finden.

Für alle, die sich ständig vertippen, ist das Buchstabenasyl die richtige Anlaufstelle.

Aktuelle Deutschfeler:

  • Eine amüsanter Ausdruck: „höherfeste Flaschenwand“ (statt festere).
  • Der Top-Kandidat für Falschgeschriebenes diese Woche: „Menthalität“. (Mentalität und Menthol haben wirklich nichts gemein.)
  • Schmerzhaft fürs Auge: „Jugend gefährdende Schriften“ – ein paar dieser zusammengesetzten Adjektive darf man seit der NDR getrennt schreiben (Fleisch fressend, allein erziehend), aber jugendgefährdend gehört nicht dazu.
  • Der Dauerbrenner: „intollerant“ (kommt vom lateinischen „tolerare“, ertragen).
  • Der Fehler, der es in den Duden geschafft hat: „Plattitüde“ (hat nichts mit platt zu tun, sondern stammt von „platitude“ – auch wenn es nicht half ;)
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(K)apostrophe

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Mrz 192008
 

Rechtzeitig vor Ostern gibts noch ein paar Eier, gelegt in der Apostrophenabteilung. Diese zwei Schildchen mit Greengrocers‘ apostrophe hängen an den Toilettentüren einer deutschen Jugendherberge:

boys girls

Ein vermutlich werbetechnisch katalysierter, aber doch unter Deppenapostroph zu verbuchender kreativer Ausbüchser findet sich auf einem Produkt der Molkerei Heideblume:
kuhle minis

Damit die lieben Kleinen gleich lustige Dinge lernen ;)

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Neulich besprach ich hier den deutschen Deppenapostroph – heute möchte ich einen Blick auf ebensolche im Englischen werfen. Wikipedia hat einen sehr netten Text zu Greengrocers‘ apostrophes, wie diese dort genannt werden. Bereits in der Einleitung wird dazu zitiert:

The inaccurate use of the apostrophe is so widespread as to be almost universal.“

Dies betrifft vornehmlich die falsche Verwendung im Plural. „Apple’s and pear’s“, „Open Sunday’s“, „Mum’s and dad’s“.

Ein wunderbares Beispiel (klicken Sie auf das Bild, um zum Original-Blog zu kommen):
pie’s and pasty’s

Andere lustige Fotodokumente finden sich bei der Apostrophe Protection Society.

Eine weiteres häufiges Problem mit Apostrophen – wenn auch auf einem Grammatikfehler basierend – ist die Verwechslung von „its/it’s“ und „your/you’re“ in Texten. Selbst sehr literaten Leute auf meinen amerikanischen Mailinglisten passiert dies regelmäßig.

Glücklicherweise sind all dies Fehler, die einem deutschen Muttersprachler weniger unterlaufen, da man die Grammatik bei einer Fremdsprache automatisch viel mehr überdenkt. Es reicht ja auch, wenn man in der eigenen Sprache ins Grübel’n kommt ;)

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deppenapostroph1.gif

Gerade wurde auf einer Liste eine Seite über Deppenapostrophe gepostet. Hier finden sich Links zu weiteren Seiten mit abschreckenden Beispielen wie „Morgen’s gebracht, bis Abend’s gemacht“, „Hit’s des Monat’s“ oder „Bauer’nhof“. Der Kreativität scheinen keine Grenzen gesetzt zu sein. Dabei ist der Apostroph im Deutschen ein eher selten gebrauchtes Zeichen, dessen Anwendung bei weggefallenen Buchstaben und Auslassungen in der Wikipedia beschrieben ist.

Hier könnte man sich fragen, warum ein gewisses beliebtes norddeutsches Bier einen Apostroph im Namen hat (und nein, dies hat es nicht im Zuge einer Anglifizierung erhalten). Im Wikipedia-Artikel zum Deppenapostroph findet man die Erklärung:
Die Verwendung von Apostrophen ist insbesondere vor dem Genitiv-s keine neue Erscheinung. Bis zum 19. Jahrhundert war diese Schreibweise üblich. Der Duden missbilligte diese Verwendung des Apostrophs zunächst nur: Bei Genitiven sei es „nicht erforderlich“, einen Apostroph zu setzen. Erst in der Reform der deutschen Rechtschreibung von 1901 wurde diese Verwendungsweise für normwidrig erklärt. […] Traditionsreiche Handelsmarken mit Genitiv-Apostroph sind unter anderem Beck’s Bier, Kaiser’s Kaffee Geschäft oder Hoffmann’s Gardinenneu.

Becks

Die häufigste Form des Deppenapostrophen ist inzwischen erlaubt – Willi’s Würstchenbude darf so heißen, wenn der Apostroph zum Zwecke der Verdeutlichung eines Personennamens gebraucht wird. Dafür – hätten Sie’s gewusst? – ist der Apostroph bei der zweiten Person im Imperativ (z.B. „Geh mit mir.“) inzwischen offiziell fehl am Platz.

Es gilt mal wieder – der Duden bildet letztlich die Verwendung ab. Es bleibt spannend, wohin der Apostroph sich in den nächsten Jahrzehnten bewegt. In diesem Sinne – Pro’st!

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