Das Fundstück des Tages verbirgt sich hinter der nichtssagenden URL www.twenzel.de und bietet eine Fülle an Material zu häufigen Fehlern in englischen Dokumentationen, die von Nicht-Muttersprachlern erstellt werden.

Zwar wird von Fachleuten immer gerne darauf hingewiesen, dass Übersetzungen immer in die Muttersprache als Zielsprache erfolgen sollte, doch tatsächlich sitzen allerortens – wie auch vor meinem Rechner ;) – deutsche Muttersprachler, die technische Dokumentation auf Englisch erstellen. Das spart Geld für Übersetzung, aber auch Kosten und Zeit für Abstimmung und das Einlernen des Übersetzers in das Produkt. Idealerweise werden solche Übersetzungen von einem native speaker lektoriert; aber auch dies entfällt oft aus Zeit- und Kostengründen.

Open dictionary

Daher kommen die Frequently Made Mistakes von Herrn Twenzel genau richtig, um die gröbsten Schnitzer aufzuzeigen. Unter “Falsche Worte” finden sich Klassiker wie “actual” und “around”, unter “Falsche Schreibweisen” Diskussionen zu Bindestrichen und Singular-/Pluralformen. In den Abschnitten “Fine Tuning” und “Formulierungstips” finden sich viele hilfreiche Tipps zu Grammatik, Satzbau, Füllwörtern, Groß- und Kleinschreibung bis hin zu geschlechtsneutralen Formulierungen.

Abgerundet wird die Seite mit Empfehlungen zu Wörterbüchern, Style Guides und Links im Internet. Ein wahres El Dorado zum Thema Übersetzungsfallen, das in Ihren Favoriten nicht fehlen sollte!

 

Gerade in der technischen Dokumentation, aber auch auf Webseiten oder in Blogeinträgen werden Aufzählungen genutzt, um Inhalte für bessere Lesbarkeit aufzubereiten. Dabei werden Kommata und Punkte meist mehr nach Gefühl als nach Wissen verteilt. Mit etwas Suchen finden sich allerdings auch die offiziellen Regelungen im Netz.

Für beide Sprachen kann man sich grob merken: “ganz oder gar nicht”. Also entweder an jedem Zeilenende eine Interpunktion, oder an gar keinem Zeilenende (besonders bei Aufzählungen von kurzen Begriffen, die keinen Satz vervollständigen) .

Damit Sie auch morgen vertreten können, wie es offiziell sein sollte…selbst wenn sich der Kunde anders entscheidet ;)

 

Gerade habe ich korrigierte englische Übersetzungen zurückerhalten, und dabei dies gefunden:

“Choose if whether you want to export all files or only the latest.”

Dieser Fehler unterläuft mir immer mal wieder – “if” statt “whether” zu verwenden. Was meinem kanadischen Korrektor vermutlich auf ewig sein Einkommen sichert.

Dabei ist es eigentlich ganz einfach: “if” bedeutet “falls/wenn” (Bedingung) und “whether” bedeutet “ob (oder ob nicht)” (Wahlmöglichkeit).

  • Falls Sie eine Nachricht erhalten wollen, schicken Sie mir eine E-Mail. ~ If you want to receive a message, please send me an E-mail.
  • Sagen Sie mir, ob Sie die grünen oder blauen Markierungen bevorzugen.~ (Please) tell me whether you prefer the green or blue markings.

Natürlich kann man sich noch in den Feinheiten vergnügen (siehe Dictionary.com), aber eigentlich reicht diese Faustregel für die meisten Fälle in Anleitungen. Nunja – ich hoffe, dass diese Niederschrift es ein für alle Mal auch in meinen grauen Zellen verankert.

 

Dieses Jahr hatte ich einen sehr interessanten Auftrag. Ein Kunde mit einer Softwarelösung für ein recht spezielles Gebiet hatte bereits eine Online-Hilfe auf deutsch vorliegen, war mit dieser aber nicht zufrieden. Damit wurde auch die dringend benötigte englische Version der Hilfe verzögert.

An diesem Punkt flatterte ihm mein Werbeschreiben ins Haus und er rief mich an. Nach zwei bezahlten Testrunden bekam ich den Auftrag, sowohl die deutschen Texte zu überarbeiten (vorhandene kürzen und korrigieren, fehlende Funktionen ergänzen) als auch die englische Übersetzung zu liefern.

Ich hatte vom Fachgebiet des Kunden vor diesem Projekt keine Ahnung, aber dank informativen Webseiten und deutschen&englischen Büchern arbeitete ich mich schnell ein. Die englischen Übersetzungen wurden von einem kanadischen Korrektor gegengelesen, der selbst Fehler in Skripten aufstöberte.

Am Ende war der Kunde mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Der englischsprachige Projektleiter hob dabei besonders hervor, dass er in meinen englischen Übersetzungen nicht die typischen Fehler eines nicht-Native-Speakers finden konnte. Ein großes Lob!

Der Vorteil bei zweisprachigen Dokumenten aus einer Hand ist, dass Fehler im Original-Text viel schneller aufgefunden und korrigiert werden können. Das Fachwissen, das ich als Verfasser gesammelt hat, kann ich vollständig in die Übersetzung einbringen. Wenn Sie eine perfekte Übersetzung wollen, gehen Sie zu einem spezialisierten Übersetzer. Wenn Sie eine deutsch/englische Dokumentation aus einem Guss brauchen, suchen Sie sich einen technischen Redakteur, der Ihnen das liefern kann.

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