Jun 252008
 

standard

“Standart” wäre vermutlich der haushohe Gewinner, wenn man fehlerhafte Schreibweisen im Netz einsammeln würde. Dazu gibt es eine wunderbare Webseite, die sich detailliert mit dem Standart und seinen vielfältigen Varianten wie der Stand-Art, den Industrie-Standarts, der Standartartisierung und vielem mehr beschäftigt. Auszug:

Web-Standart
Wer als Webdesigner auf sich hält, erstellt seine Seiten natürlich längst in XHTML und kann somit stolz darauf sein, auf diese Weise schon heute den zukünftigen Webstandart umzusetzen. Und für kreative Webdesigner ist es schließlich auch kein Problem, aus einem langweiligen Standartdesign einen erfolgreichen Designstandart zu schaffen – insbesondere dann, wenn die Umsetzung auch standartkonform erfolgt.

Mehr dazu finden Sie auf Cantors Standart-Webseite – viel Spass!

 

Meine eigenen Erfahrungen dazu sind gemischt (siehe weiter unten), aber ich bin dank dem Cap-Studio heute auf zwei interessante Einträge zum Thema gestossen:

Cap-Studio: Hausschrift (Corporate Font): ein teurer Luxus? stammt aus dem Jahr 2007 und schlüsselt auf, was man bei einer Hausschrift beachten muss.

Fontblog: Der günstigste Weg zur eigenen Hausschrift ist ein aktueller Beitrag mit einer Beispielschrift mit Beispielrechnung.

Meine Erfahrungen:

  • Einer meiner ersten (eher kleinen) Kunden hatte eine Hausschrift, die allerdings in PDF/Druck relativ schlecht lesbar war – der Grundschnitt war schon etwas kursiv und recht fragil. Hat mich nicht überzeugt.
  • Ein großer Kunde hatte (natürlich) eine Hausschrift, die auch überall verteilt war. War markant, aber soweit ich mich erinnere, war dort der Fettschnitt nicht überzeugend.
  • Im Software-Dokubereich, bei dem sehr viel über Online-Darstellung und selbstgedrucktes PDF geht, ist Arial fast überall Standard, und ich persönlich kann gut damit leben. Natürlich ist es über Gebühr in Verwendung, ich halte es aber auch für ein Schriftbild, was sehr langzeitverträglich ist ;) Es gibt Gründe, warum sich diese Schrift so durchgesetzt hat.

Mein persönliches Fazit: Eine Hausschrift ist ein nettes Gimmick für Softwarefirmen, die viel Wert auf ein komplettes Rundherumdesign und Markenbildung legen. Zieht aber Kosten, (Verteilungs-)Aufwände und ggf. Probleme in Sachen eingebetteter/nicht eingebetteter Font nach sich, und ist nicht notwendigerweise vom Design in allen Schnitten her überzeugend.

Jun 052008
 

Eigentlich eher ein unsäglicher Dauerbrenner, der bei einer Google-Suche zu tausenden auftaucht, aber trotzdem falsch ist:

“zuende” – gibt es nicht, es muss “zu Ende” heißen. Wirklich. Ausschließlich.

 

Noch nie gehört? Ich bis heute auch nicht, aber jetzt bin ich klüger – das ist der Name für den Effekt, wenn die automatische Rechtschreibekorrektur die Inhalte fälschlich korrigiert. Er scheint aber vornehmlich im englischen Teil des Internets verwendet zu werden.

Eine ausführliche Beschreibung findet man unter The Cupertino effect, in dem es über die Herkunft der Bezeichnung heißt:

[...] runaway spellchecking has been dubbed “the Cupertino effect,” at least among writers and translators for the European Union. As Qaminante explains, the common misspelling of cooperation as cooperatino leads some spellcheckers to suggest a change to Cupertino.

Auch bis in die Wikipedia hat es Cupertino-Effekt schon geschafft.

Besonders unschöne Resultate kann der Effekt auf Yearbooks (Jahrbücher) mit Namen haben:

As reported in the New Scientist last year, the April 2007 issue of Contemporary Sociology contained a review article with contributors’ last names changed from Gareis to Agrees, Beavais to Beavers, Gerstel to Gretel, and Sarkisian to Sardinian. Lists of proper names seem particularly susceptible to mass spellchecker substitution.

Da ich in Word und Firefox zwar die Rechtschreibung “mitlaufen” lasse (unbekannte Wörter werden rot unterkringelt), aber nie eine solche Autokorrektur verwende, bin ich davon bisher verschont geblieben. Toi toi tür! ;)

Jun 042008
 

Mietglieder

Das möchte ich sehen… ;)

 

latin.png

[...] some writers prefer to maintain the classical inflections on some English words, particularly in technical writing. For example, conflicting indexes/indices and minimums/minima are both easily found, depending on the intended audience and use. In that case, what’s the classical plural of virus?

The simple answer is that there wasn’t one. The longer answer follows…

Den vollständigen Artikel finden Sie unter What’s the Plural of ‘Virus’?. Ein echtes Vergnügen für Grammatiksüchtige, das den Bogen vom engl. Dictionary bis zur Interpration lateinischer Texte von griechischen Autoren spannt und einen gewissen tongue-in-cheek appeal mitbringt:

In any event, *virora does not fit comfortably in the mouth of an English speaker, which is a good reason to avoid it.

Viel Spass! (Und ich meine das wirklich ernst :)

 

Falls Sie es nicht mehr ertragen, wenn Netzschreiber “seit” und “seid” verwechseln, können Sie diese direkt zu dieser leicht polemischen Seite verweisen.

Zum Thema Deppenapostroph gefunden: die Seite Idiotenapostroph, auf der sich auch Links zu einer Reihe verwandter Seiten finden.

Für alle, die sich ständig vertippen, ist das Buchstabenasyl die richtige Anlaufstelle.

Aktuelle Deutschfeler:

  • Eine amüsanter Ausdruck: “höherfeste Flaschenwand” (statt festere).
  • Der Top-Kandidat für Falschgeschriebenes diese Woche: “Menthalität”. (Mentalität und Menthol haben wirklich nichts gemein.)
  • Schmerzhaft fürs Auge: “Jugend gefährdende Schriften” – ein paar dieser zusammengesetzten Adjektive darf man seit der NDR getrennt schreiben (Fleisch fressend, allein erziehend), aber jugendgefährdend gehört nicht dazu.
  • Der Dauerbrenner: “intollerant” (kommt vom lateinischen “tolerare”, ertragen).
  • Der Fehler, der es in den Duden geschafft hat: “Plattitüde” (hat nichts mit platt zu tun, sondern stammt von “platitude” – auch wenn es nicht half ;)

Deppenleerzeichen

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Apr 302008
 

Was ist ein Deppenleerzeichen? Wikipedia klärt auf:
“Ein Deppenleerzeichen ist ein fehlerhaftes Leerzeichen innerhalb zusammengesetzter Substantive (Nominalkomposita) der deutschen Sprache. Die Leerzeichen sind falsch, weil Nominalkomposita entweder zusammengeschrieben oder die einzelnen Wortglieder durch Bindestriche verbunden („gekoppelt“) werden.”

Warum das Deppenleerzeichen in den letzten Jahren zunimmt, wird in der Wikipedia ausführlich diskutiert. Ich persönlich denke, dass der Einfluss des Englischen sich hier stark durchsetzt. Und manche Wortanhäufungen sehen mit drei Bindestrichen leider auch nicht viel besser aus ;) Allerdings ist es schon ziemlich irritierend, wenn es eine “Milch Schokolade” statt einer “Milchschokolade” ist.

Milchschokolade

Auch den Damen/Kinder/Spielzeugladen von neulich würde ich aufgrund der weggelassenen Bindestriche in diese Kategorie zählen.

Ein schönes Blog dazu ist Deppenleerzeichen – es wurde zwar seit 2007 nicht mehr aktualisiert, aber ein Blick ins Archiv zeigt, dass es ein beinah zeitloses Problem ist. Auch Bastian Sick widmete diesem Leerzeichen eine Kolumne unter Dem Wahn Sinn eine Lücke.

Viel Spass beim Suchen! Und wenn Sie mal selbst Bedarf haben – man kann sie sogar erwerben ;)
deppenleerzeichen_kaufen.png

April, April!

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Apr 012008
 

Ich selbst bin ja immer etwas zu träge, um auf wirklich lustige Ideen zu kommen, aber zum Glück gibt es Telepolis. Dieses Online-Magazin nimmt mit dem Artikel Die Rechtschreidebatte kommt endlich zur Ruh die Rechtschreibdebatte auf die Schippe.

Auszug:
Dschavan möchte nun einen Ausschuss ins Leben rufen, um zu untersuchen, ob man das Fach Deutsch bundesweit in den Schulen am besten ganz abschaffen sollte, denn es sei “heute wichtiger, schlechtes Englisch zu können als richtiges Deutsch”.

Die nun enthüllte Philosophie von Telepolis ist seit der Konferenz auf breite Zustimmung gestoßen, z.B. bei Helmut Marquardt, Gründer des Magazins Fokus, dessen Motto “Facts, FAQs, Fax” zeigt, wie zentral die Buchstaben bei Fokus schon immer waren. johannes lorenz, chefredakteur von der “zeit”, meinte, seine wochenzeitung würde mitmachen, solange die großschreibung aufgegeben wird. Miroslav Klosemann von der Finanziellen Times Germany sagte, durch den Wegfall der Rechtschreibabteilung könne die FTG Kosten einsparen, was in Zeiten steigender Preise für pinkfarbenes Papier notwendig sei.

Immerhin gibts noch keine deutschsprachige Welle von Lolcat-Macros ;)

lolcat

(K)apostrophe

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Mrz 192008
 

Rechtzeitig vor Ostern gibts noch ein paar Eier, gelegt in der Apostrophenabteilung. Diese zwei Schildchen mit Greengrocers’ apostrophe hängen an den Toilettentüren einer deutschen Jugendherberge:

boys girls

Ein vermutlich werbetechnisch katalysierter, aber doch unter Deppenapostroph zu verbuchender kreativer Ausbüchser findet sich auf einem Produkt der Molkerei Heideblume:
kuhle minis

Damit die lieben Kleinen gleich lustige Dinge lernen ;)

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