bgrossmann

 

Als mir vor einer Weile in meinem Projekt auffiel, dass einige Nodes nicht gefunden wurden, war ich zunächst auf dem Holzweg und dachte, dass es etwas mit den vielen CCK-Feldern dieser Nodes zu tun hätte.

Aber weit gefehlt – es stellte sich nach mühsamer Suche heraus, dass das Problem durch den Import dieser Nodes hervorgerufen wurde. Offensichtlich erkennt Drupal nur dann Nodes als zu indizierend an, wenn “node_save” durchlaufen wird, was bei einem Import mit dem Node Import Module nicht geschieht. (Für lange Winterabende lohnt sich auch die Lektüre von Roberts Artikel Drupal Search: How indexing works.)

Eine Quick-and-Dirty-Lösung dafür ist, die betreffenden Nodes einmal kollektiv z.B. auf “published” zu setzen und dann manuell den Cron-Job für den Suchindex anzustoßen. In meinem Projekt kein Problem, allerdings nicht empfehlenswert, wenn z.B. viele Subscriber bei diesen Nodes mitlesen, da ein “published” zu einer Mailflut führen könnte ;)

Besser wäre es, entweder das Node Import Module umzuschreiben oder das im Hintergrund arbeitende Force Search Index Module (im Netz aufgestöbert) auf D6 umzuschreiben.

P.S. Tolle Sache mit einer Edel-Suche über Tomcat/Solr, aber auch diese setzt immer auf dem Drupal Search Index auf. Wenn also dort Probleme auftreten, hilft das nicht weiter.

 

Eine typische Anforderung bei einer Liste von z.B. ungelesenen Artikeln ist die Möglichkeit, diese per Checkbox und Knopfdruck auf gelesen zu setzen.

In Drupal kann für solche Massenaktionen über Views das Views Bulk Operations Module (VBO) genutzt werden. Der Haken hierbei war leider, dass es für “set to read” keine Action gab. Diese musste daher selbst programmiert werden. Das geschah ausgehend vom Node-Module im Core und mit einem Blick auf Advanced Forum, in dem es eine analoge Funktion für ganze Foren gibt.

“Set to read” bedeutet effektiv, dass der Timestamp-Eintrag in der Tabelle “history” für diese nid und uid geändert wird. Dies würde mit einem Replace gehen, aber da beide andere Codestellen mit Delete/Insert arbeiten, habe ich es analog implementiert.

Der gesamte Integrationspfad ins Drupal-Projekt ist:

  1. Ein set-to-read Module anlegen und in der Modules-Liste unter admin/build/modules aktivieren.
  2. Unter admin/settings/actions/manage prüfen, ob das Module aktiv und die Node-Action “Set to read” verfügbar ist.
  3. Ein Seite mit einem “Bulk Operations” View bauen, und als Action “Set to read” auswählen. Bei sofortigem Abarbeiten sieht der User wenig Effekt, bei der Batch API erscheint der blaue Fortschritsbalken (meiner Meinung nach weniger schön). Auf eine Sicherheitsabfrage und eine Rückmeldung habe ich in meinem Projekt verzichtet, da es sich um keinen kritischen Schritt wie z.B. Löschen handelt.
  4. Dann den View speichern und im Projekt prüfen.

Code für set_to_read.module-Datei (Achtung, beim Insert gibt es zwei unschöne Zeilenumbrüche):

<?php
/**
* Implementation of hook_action_info().
*/
function set_to_read_action_info() {
return array('set_to_read_noderead_action' => array(
'description' => t('Set to read'),
'type' => 'node',
'configurable' => FALSE,
'hooks' => array(
'nodeapi' => array('presave'),
'comment' => array('insert', 'update'), )
)
);
}
/**
* Implementation of the actual function set_to_read_noderead_action()
*/
function set_to_read_noderead_action(&$node) {
global $user;
if ($user->uid) {
$sql = 'delete from {history} ' .
"where nid='" . $node->nid . "' ".
"and uid='" . $user->uid . "'";
db_query($sql);
$sql = 'insert into {history} (nid,uid,timestamp) ' .
"values ('" . $node->nid . "', '" . $user->uid . "', unix_timestamp()) ";
db_query($sql);
}
}
?>

Mehr Drupal

 Web  Comments Off
Jan 092010
 

Da sich inzwischen doch einiges an Know-how und auch ein wenig Code angesammelt hat, wird es hier in Zukunft mehr Drupal-Beiträge geben. Dabei ist mir mal wieder aufgefallen, dass mein Blogdesign extrem untauglich für Code-Publikation ist, da ständig die Zeilen schlecht umgebrochen werden. Da wird wohl in absehbarer Zeit mal ein Redesign fällig.

Drupal ist jedenfalls am Boomen. Nebeneffekt davon ist, dass hier die erste Projektanfrage gelandet ist (von einer Firma in Stuttgart, die wohl immer noch gerne Unterstützung hätte und zumindest gestern noch mit dem Stichwort “Drupal” bei Monster.de auftauchte). Trotz aller Versuche vor und nach Weihnachten konnte ich die “2-3 Tage vor Ort, Templates, Programmierung” nicht an andere Drupalisten weiterreichen, was vermutlich auch an der Mischung lag – die wenigsten fühlen sich in Design und Programmierung zuhause. Wenn die Firma in Hamburg gewesen wäre, wäre ich vielleicht mal einen Tag auf Verdacht vorbeigefahren, aber Stuttgart ist etwas weit für so eine Aktion. Schöne Arbeitswelt, die Arbeit nicht vergeben bekommt :)

Für das Drupalcamp in Essen im Februar bin ich inzwischen auch angemeldet, und freue mich sehr, alte und neue Gesichter zu treffen. Am Freitag abend wird es wohl ein Aufwärmtreffen geben, und bisher plane ich dabeizusein. Vielleicht biete ich auch einen Showcase an… aber das muss ich erst noch absprechen.

 

Wer einer alten Geocities-Seite nachtrauert, der kann bei http://www.geocities.ws/ nachschauen, ob diese dort zu finden ist.

Alternativ ist die WayBackMachine bei archive.org auch ein guter Start, um eine bestimmte Geocities-Seite zu suchen.

Geocities zeigt sehr schön die Gefahren eines Quasi-”single point of failures” – immerhin war Geocities über viele Jahre der größte kostenlose Webseiten-Hoster. Unmengen von alten Webprojekten hatten sich dort gesammelt, die z.T. nicht mehr betreut wurden, die aber die “Frühzeit” des Internet mitgeprägt haben und deren Verlust daher durchaus spürbar ist. Schön, dass es Archivierungsprojekte jenseits der eigenen lokalen Speicherung gibt – diese werden meiner Meinung nach in Zukunft auch immer wichtiger.

Jan 022010
 

Tolle Jahreszahl, oder? Nicht, dass wir auch nur annähernd so weit wären wie in den Science-Fiction-Filmen, aber immerhin, wir drehen uns noch ;)

Was bringt 2010 für dieses Blog? Mehr Beiträge – wollja, es gibt mich noch. Vor allem zum Thema Drupal wird es mehr zu lesen geben, nicht zuletzt da meine aktuelle Entwicklungsarbeit (Firmen-Intranet) langsam aus den Kinderschuhen heraus ist.

Für mich gibt es hoffentlich auch dieses Jahr wieder interessante Projekte rund um Dokumentation und Webentwicklung, und vielleicht ein neues Notebook – ein leckeres MacBook oder das übliche Windows-auf-Dell, das ist grad noch die Frage.

Wer mich persönlich kennenlernen möchte, der wird weiterhin am ehesten glücklich bei Treffen der Drupal User Group Hannover (Mitfahrgelegenheit möglich) sowie sporadischer bei Treffen des Woman Entrepreneur Clubs, Untergruppierung Bremen.

Auf ein erfolgreiches Jahr 2010!

Jul 202009
 

“Two hours of trial and error can save ten minutes of manual reading.”

 

Betrifft mich aktuell nicht, aber auch ich habe schon “fictitious documentation” verfasst:

Fictitious documentation refers to documentation that fails a lie detector test but which passes the project manager’s approval. (zum Artikel)

Idealerweise entspricht die Dokumentation dem Ist-Stand; realistischerweise ist regelmäßig ein Soll-Stand abgebildet, da z.B. nur eine unvollständige Software-Vorversion verfügbar ist. Auch das Verschweigen bestimmter Eigenschaften (besonders solcher, die potentiell Benutzer verärgern) ist nicht selten.

Der zitierte Artikel bezieht sich primär auf echte Bugs und die Frage, ob diese beschrieben werden sollen. Hier findet sich eine Stärke von Open-Source-Systemen – da für diese niemand Geld zahlt, ist es üblich, z.B. bei Modulen ausführlich zu warnen, wenn bestimmte Einschränkungen vorhanden sind. Bei Kaufsoftware dagegen, die zumindest scheinbar einen stabilen, geprüften, fehlerfreien Stand liefern soll, werden Bugs lieber nicht erwähnt, wenn es sich vermeiden lässt…

Eaten by rl

 Sammelsurium  Comments Off
Jun 042009
 

Mein Drupal-Projekt kostet mich alle Nerven alle Ressourcen. Eigentlich wollte ich ja nie Entwickler werden… ;)

Dazu das passende Bild (mit einem netten Artikel, der mich glücklicherweise nicht betrifft):

Spam fail.

 Sammelsurium  Comments Off
Mai 262009
 

Bei manchen Mails fragt man sich schon, was der Absender damit erreichen will… denn es gibt ja wohl niemanden, der so etwas ernst nimmt – oder?

Attn: E-Mail-Konto Inhaber
Beachten Sie, dass Sie benötigen, um Ihr Konto aktualisieren jetzt für die Sicherheit Zweck
Warnung! Konto-Inhaber, die sich weigern zu aktualisieren sein Konto innerhalb von 24 Stunden nach Eingang
Diese Warnung wird verlieren seinem Konto dauerhaft aus unserer Datenbank

Ich liebe ge-babelfishten Spam.

MeVisLab 2.0 rc

 Software  Comments Off
Mai 122009
 

Ganz uneigennützig ein wenig Werbung für meinen Arbeitgeber — seit heute ist offiziell der Releasekandidat von MeVisLab 2.0 verfügbar, einer Software für medizinische Visualisierung.

MeVisLab bietet ein modulares Framework für Bildbearbeitung, Bildanalyse und Visualisierung. Wunderschöne Ergebnisse kann man auf der Screenshots-Seite sehen. Die Software kann unregistiert mit eingeschränkter Funktionalität getestet werden; wer also schon immer sein eigenes CT in 3D betrachten wollte, kann sich daran versuchen. Normalerweise wird MeVisLab in der High-End-Forschung und für Rapid Prototyping von medizinischen Anwendungen verwendet, insbesondere bei Fraunhofer MeVis.

Mein Anteil an diesem Release steckt primär in der Dokumentation und der Webseitenüberarbeitung, mit dem üblichen Anteil von Qualitätssicherung (Menüs und Abläufe testen, Schreibweisen vereinheitlichen, dumme Fragen stellen :). Dank der tollen Zusammenarbeit mit den Core-Entwicklern ein echtes Vergnügen.

Jetzt bleibt mir nur die Frage: gibt es eigentlich eine Release-Party…?

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