Nachdem ich neulich während meiner neuesten Drupal-Aktivitäten auf das DrupalCamp in Köln gestoßen war, hatte ich mich sehr schnell angemeldet – und das war gut so, das Camp war nämlich sehr begehrt :) Doch von vorne…


Freitag

Freitag nachmittag gings auf die Piste – endlich mal wieder einige Business-Kilometer auf meinen Smart schaufeln. Wenige Stunden später landete ich in Leverkusen bei meiner Übernachtungsgelegenheit an, schlief ein Ründchen und quälte mich dann reichlich müde zum Vorabendtreffen in die Ucon Lodge. Woah, das Aufraffen hat sich gelohnt. Ich war keine 10 Minuten in dieser schicken Bar, als mich schon Werner von der Kölner Drupal-Gruppe ins Gespräch verwickelte. Damit war das Eis gebrochen. Wenig später sprach mich jemand an, „Hi, I’m Dries“ – handshake, huch, the Founder himself! Darauf war ich nun nicht gefasst und machte sicherlich einen etwas verwirrten Eindruck beim nachfolgenden Gespräch. Danach gabs lustigen Drupal-Smalltalk mit Morten (eine echte Marke), der neben Anekdoten auch einen Buchtipp für mich hatte („Using Drupal“, gerade bestellt).

Den ganzen Abend ging Hagen mit einer Kamera umher (hier gehts zu seinen Filmen) und hat auch mich live und in Farbe auf Bits gebannt – da kann man schön hören, wie „blond“ ich am Freitag noch war. Heute könnte ich schon einiges mehr dazu sagen, warum ich Drupal für ein sehr spannendes CMS halte :)

Viel später als beabsichtigt habe ich mich dann nach Leverkusen ins Bett geschleppt für eine reichlich kurze Nacht, denn schon um 8.30 stand ich am nächsten Morgen in Köln…

Samstag

Am Samstag ging das eigentliche Programm los, in den (sehr schönen) Schulungsräumen der GFU. Dank Sponsoring gabs Lan, WAN, Kaffee, sonstige Getränke und sogar auch mal belegte Brötchen, also alles, was der drupalwillige Mensch so braucht. Dazu ein DrupalCamp 2009-T-Shirt und das Programm und eine IdentiCard auf Plastik zum Umhängen. Ich persönlich war ganz froh, dass das Camp nicht nach Open-Space-Schema organisiert war, sondern die meisten Veranstaltungen schon vorher feststanden. Das machte mir das Wählen leichter, auch wenn es so schon schwer genug ist, wenn interessante Angebote konkurrieren.

Die Session „Getting Started with Drupal 6“ war für echte Einsteiger und litt etwas unter technischen Problemen. Ich bin dann zum Bericht von helpworx über die Implementation einer Knowledge Base mit Drupal gegangen – eine gute Entscheidung! Es war sehr interessant zu sehen, wie die teilweise ungewöhnlichen Kundenanforderungen umgesetzt worden waren. Entgegen der üblichen Hierarchie von Artikeln wurde die Base flach aufgesetzt und die Selektion fand über eine ausgeklügelte Filterung statt, die der Agent auswählen konnte.

Danach zog ich zu einer Session über YAML (Yet Another Multicolumn Layout) weiter, die allerdings etwas darunter litt, dass sie eigentlich schon während der ausgefallenen Session zum Zen-Theme stattfand. Ein roter Faden war nicht wirklich zu finden, aber ich werde mich sicherlich bei meinen zukünftigen Design-Problemen in Drupal mal mit dem YAML-Theme und seinen Möglichkeiten beschäftigen (müssen).

Eine gehetzte Mittagspause bei McDoof später gings zu Einführung in CCK und Views. Begriffe, die in den Drupal-Foren immer von einem geheimnisvollen Klang umgeben sind. Dabei ist CCK (Content Construction Kit) einfach eine Möglichkeit, die Content-Typen mit eigenen Feldern anzureichern (für die automatisch die passenden Datenbankfelder erzeugt werden), während das Views-Modul wie ein optischer SQL-Querybuilder funktioniert und eine Liste mit Ergebnissen erzeugt. Das kann natürlich beliebig komplex werden – aber vom Prinzip her keine Magie :)

Danach ging ich zur Session über das Rules-Module, das einen ausgeklügelten Workflow ermöglicht und mit einigen wichtigen anderen Modulen zusammenarbeitet. Sehr interessant, wenn man diese Funktionalität benötigt.

Last noch least gab Dries dann eine Präsentation über 8 Jahre Drupal, mit lustigen Bildern, Anekdoten und einigen Zukunftsaussichten. Danach ging es ins Brauhaus Früh, von dem ich eher weniger begeistert war…eine gewisse Touri-Abmelk-Mentalität, wie man es direkt neben dem Dom leider auch vermuten kann. Ich ging recht früh heim, war aber trotzdem spät im Bett (Sekt und lange Gespräche). Daher gings dann am nächsten Tag auch weiterhin etwas unausgeschlafen weiter…

Sonntag

Um kurz vor 9 stand ich auf der Platte und es war definitiv die beste Entscheidung des Wochenendes – ich nahm nämlich an der wirklich guten Session von Prodosh zum Thema Community Building teil. In zwei Stunden gings Hands-on um den Aufbau von Drupal mit Benutzern, einer Gallery, einem Forum, einem Wiki…jede Menge Module kamen ins Spiel, Tipps und Tricks wurden getauscht und Ideen angestoßen. Prodosh hat amazee mitgegründet, eine mit Drupal entwickelte Kollaborationsplattform (die Session dazu war leider etwas spät für mich, ich musste früher los). Nach der Community-Session kamen auch einige Leute zusammen, die solche Projekte bauen wollen – vielleicht schaffen wir es, eine kleine Gruppe zu bilden und uns gegenseitig zu motivieren? Wäre schön.

Danach war ich dann durch und zog gen Norden, 300 km durch den Regen. Das Camp hat sich auf jeden Fall gelohnt – und ich glaube, noch nie habe ich soviele wildfremde Leute gelöchert. „Und, was machst du mit Drupal?“ war mein Standardsatz, da ich unbedingt wissen wollte, welche Arten von Projekten in Deutschland gemacht werden. Das Ergebnis ist: alles vom kleinen Handwerker bis zu koeln.de. Viele der Anwesenden haben sich für Drupal entschieden, nachdem sie viele andere Systeme evaluiert hatten. Drupal kann sicherlich beim Thema Theming/Design noch einiges einfacher werden, aber die Möglichkeiten im Backend sind einfach zu gut. Und das merken auch die Auftraggeber…Drupal-Entwickler sind aktuell eine gesuchte Spezies.

Fazit: Wo kann ich mich fürs DrupalCamp 2010 anmelden? :)

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