Der folgende Artikel beschreibt, wie man auf einer Ubuntu-VM (Virtual Machine) das freie Content-Management-Framework Drupal installiert. (Wird übrigens „Droople“ ausgesprochen.)

Dieser Artikel ist eine direkte Fortsetzung der Serie Portable Ubuntu-VM mit XAMPP aufsetzen, die im OpenMES-Blog veröffentlicht wurden. Er setzt voraus, dass die VM und die Software Portable Virtualbox auf dem Windows-Rechner vorhanden sind.

Linux-Kenntnisse werden weniger vorausgesetzt; ich selbst nutze auch vornehmlich Windows und habe so meine Kämpfe mit Linux. Daher ist die folgende Anleitung sehr ausführlich.

HINWEIS: Die Anleitung hat einen groben Fehler – zusätzliche Module müssen in das Verzeichnis /sites/all/modules o.ä. kopiert werden (auf jeden Fall nicht nach drupal/modules, dort dürfen nur Core-Modules liegen).

1. Portable-VirtualBox.exe starten.

Links sind die vorhandene VMs gelistet, rechts davon die jeweiligen Eigenschaften.

2. Prüfen, ob unter File / Preferences ein geeigneter Umschaltkey eingetragen ist (so besitzt z.B. mein Notebook nicht die standardmäßig eingetragene Taste „Strg-rechts“ und ich nutze stattdessen „Pause“). Zum Ändern einfach die Taste drücken (es gehen nur einzelne Tasten).

3. Doppelklick auf die VM, um diese zu starten.

4. Unter Anwendungen den Firefox öffnen, zu Drupal gehen und die aktuelle Drupal-Version ins Home-Verzeichnis herunterladen (/home/mes).

5. Dann die notwendigen Module für eine Community herunterzuladen. Aktuell gibt es davon von Prodosh bereits eine gute Sammlung zum Download.

6. Den „beinhaltenden Ordner“ öffnen, um zu sehen, ob und wo alles gespeichert ist.

7. Ein Eingabeterminal über Anwendungen / Zubehör / Terminal öffnen. Aufgrund der Rechteverwaltung braucht man das Terminal fürs manuelle Entpacken, da der normale User nicht die richtigen Rechte für das Verzeichnis im Webserverbereich hat.

Anwendungen wie WordPress, Drupal, etc. müssen beim Apache-Webserver unterhalb von /htdocs/ liegen.

8. Um Drupal dorthin zu entpacken, folgendes im Terminal eingeben (Beispiel für Drupal 6.9):
sudo tar xvfz drupal-6.9.tar.gz -C /opt/lampp/htdocs

„tar“ entpackt das Verzeichnis. Für mögliche Optionen „tar ––help“ eingeben.
„sudo“ bedeutet, dass diese Zeile wie von einem Root-User eingegeben verarbeitet werden soll. Nach Abschicken der Zeile wird daher nach dem Root-Passwort gefragt, welches beim Ubuntu-Desktop das normale Benutzerpasswort ist.

Tipp: Für die Eingabe von Dateinamen (oder auch von Verzeichnissen) reicht es, die ersten Buchstaben einzugeben und dann die Tabulator-Taste zur Vervollständigung drücken (tab completion).

Das Drupal-Verzeichnis wird unterhalb htdocs angelegt.

9. Analog dazu die Workshop-Module in das Verzeichnis /drupal/modules/ entpacken:
sudo unzip workshopmodules.zip -d /opt/lampp/htdocs/drupal-6.9/modules
Auch hier kann man sich mit ––help die Zip-Hilfe anschauen.

10. Gegebenenfalls danach weitere wichtige Module wie Views, OG (Organic Groups) und das hilfreiche Admin Menu von Drupal herunterladen und installieren.

11. Eine Kopie der Datei „default.settings.php“ anlegen und diese „settings.php“ nennen. Dazu ins Verzeichnis der Datei wechseln:cd /opt/lampp/htdocs/drupal-6.9/sites/default
und die Datei kopieren:sudo cp default.settings.php settings.php

Tipp: Für Wechsel in ein nächsthöheres Verzeichnis „cd ..“ eingeben (auf das Leerzeichen nach cd achten).

12. Im nächsten Schritt muss in der MySQL-Datenbank eine neue Datenbank angelegt werden. Dazu im Firefox mit der Eingabe
localhost/xampp/
die Startseite des XAMPP-Pakets öffnen und links unten phpMyAdmin aufrufen.

13. Datenbank anlegen, z.B. „mydrupal“.

14. Dann den Datenbank-User über SQL anlegen. Für die Datenbank „mydrupal“ mit dem User „mydrupaladmin“ würde die Eingabezeile lauten:
GRANT SELECT, INSERT, UPDATE, DELETE, CREATE, DROP, INDEX, ALTER on mydrupal.* to mydrupaladmin@localhost IDENTIFIED by 'passwort';

User und Passwort notieren; diese werden gleich benötigt.

15. Im Firefox in einem neuen Fenster
localhost/drupal-6.9 eingeben. Dies startet das Drupal-Install-Skript. Auf der ersten Maske der Einfachheit halber Englisch als Sprache wählen.

Ab dieser Stelle will Drupal die „settings.php“ bearbeiten und den files-Ordner anlegen. Bei fehlenden Rechten gibt es eine Fehlermeldung:

16. An diesem Punkt habe ich mit „chmod“ manuell alle Verzeichnisse auf „schreiben und lesen“ gesetzt, das sollte man auf einem Webserver natürlich niemals machen:

17. Falls es eine Warnung bezüglich der Ressourcen gibt, die Datei php.ini bearbeiten. Hier sollte man die Zeit bis Timeout und das Memory-Limit erhöhen. Ins Verzeichnis der Datei wechseln:
cd opt/lampp/etc/
und php.ini im GEdit-Editor öffnen:
sudo gedit php.ini

18. Resources Limits hochsetzen:
max_execution_time : mindesten 200 Sekunden
memory_limit : mindesten 16 MB

Geänderte php.ini speichern.

19. Apache neu starten, damit die Einstellungen aktiv werden:
sudo /opt/lampp/lampp restart

20. Danach weiter mit der geführten Drupal-Installation, z.B. der Datenbankmaske:

21. Unter „Configure Site“ wird schließlich der Admin-Account angelegt, der User Nr. 1. Er hat immer alle Rechte im System.

Danach läuft Drupal und kann jetzt weiter konfiguriert werden. Die nächsten Artikel beschäftigen sich mit Modul-Freischaltung, Benutzerrechten und dem sinnvollen, aber nicht gerade intuitiven Umbau der Navigation.

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  4 Responses to “Drupal auf einer portablen Ubuntu-VM installieren”

  1. Wer mit der Kommandozeile nicht so recht warm wird, aber zum Beispiel den Norton- oder Total Commander mag, kann den mucommander verwenden.

    Per Browser auf mucommander.com die Version für Linux herunter laden und entpacken (tar…).

    In dem Verzeichnis, das entpackt wird, dann mucommander.sh aufrufen („./mucommander.sh“). Wenn man root-Berechtigungen braucht, dann mit „sudo ./mucommander.sh“ starten.

    Wahrscheinlich muss man vorher noch Java installieren: System / Systemverwaltung / Synaptic Paketverwaltung starten. „Java“ suchen, „Sun-java6-bin“ zum Installieren anklicken und „Anwenden“. Wenn die Installation abgeschlossen ist, kann der mucommander gestartet werden.

  2. […] der VM erstellen, denn so rein und frisch kriegen wir sie nie wieder zusammen. Der nächste Teil, Installation von Drupal in der VM, erscheint nicht hier, sondern im Blog Doku-Hotline meiner Frau, für die ich diese kleine […]

  3. Die Seite ist super, aber bei mir sind die Ladezeiten ganz schön lang. Ich nehme nicht an, dass es an meiner Leitung liegt, die meisten anderen Websites sind sehr schnell. Haben andere Leser auch diese Erfahrung gemacht?

    • Sehr wahr, das Blog ist sehr langsam. Man sollte sowas nicht bei Strato installieren :) Ich sollte damit mal umziehen.

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