Wenn man im deutschen Raum – z.B. auch Google – nach “Lerntypen” sucht, so landet man oft bei der Aufteilung nach auditiven, visuellen, kommunikativen und motorischen Lerntypen. Diese von Frederic Vester begründete Topologie wird zwar laut Wikipedia aufgrund ihrer Oberflächlichkeit und Inkonsistenz [...] von der Lernpsychologie nicht ernst genommen, dennoch ist sie vielerorts verbreitet und wird für Lehransätze verwendet.

Der neulich von Herrn Apholz in einer Xing-Diskussion aufgebrachte Ansatz von Bernice McCarthy dagegen findet sich kaum im deutschsprachigen Raum, dabei empfinde ich ihn als sinnvoller als den von Vester. Auszug aus seinem Posting:


Die Warum-Menschen (Lernstil: Diskussion)
Warum-Menschen lernen am besten, indem sie über die Gründe für etwas diskutieren…

Die Was-Menschen (Lernstil: Vortrag)
Was-Menschen lernen am besten, wenn man ihnen die Information entweder mündlich oder in gedruckter Form vermittelt…

Die Wie-Menschen (Lernstil: Coaching)
Wie-Menschen lernen am besten, indem sie etwas tun. Die Theorie interessiert sie ebensowenig wie Begründungen…

Die Was-wenn Menschen (Lernstil: eigenes Entdecken)
Was-wenn-Menschen lernen am besten, indem sie Dinge selbst entdecken…

Der Dreh-und Angelpunkt ist, dass Sie die Typen in der aufgezählten Reihenfolge auch abholen müssen. Erzählen Sie als erstes dem Warum-Typen, warum die folgenden Informationen hilfreich für ihn sind. Erzählen Sie dann dem Was-Typen, welches die Inhalte sind. Den Wie-Typen holen Sie mit den Übungen ab. Der Was-Wäre-Wenn-Typ hat dann den Spielraum, die Abweichungen und Fehler im System auszutesten.

Was hat das mit Dokumentation zu tun? Dort wird aktuell gerne darauf verwiesen, dass Leute angeblich keine Hintergrundinformationen nutzen, sondern direkt die Anleitung einsetzen. Am liebsten würden viele diese “unnötigen Einleitungen” ganz wegfallen lassen – ich als Warum-Typ schaue aber immer genau auf diese Einleitungen und habe jetzt wenigstens eine gewisse Argumentationshilfe, warum dies kein guter Weg ist. Eine bis zwei Zeilen zum Hintergrund einer Aktion sind nicht so teuer, als dass man sie wegstreichen müsste, und nicht so störend, als dass der anwendungsorientierte Nutzer nicht an ihnen vorbeikäme – sie bringen aber die hinterfragenden Leser mit an Bord.

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  One Response to “Lerntypen – 4-mat: Warum, Was, Wie, Was wenn?”

  1. Hallo,
    der Einsatz von 4mat sollte für jeden Dozenten/Trainer im (weiter-)Bildungsbereich zum Standardrepertoire gehören. Ich setze 4MAT in Seminaren seit Jahren erfolgreich ein.

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