Wenn es eins zu Hunderten im Netz gibt, so sind es Blogs rund um das Thema Selbstoptimierung / Produktivitätssteigerung / Organisation / mehr Erfolg, Geld etcpp.

Typische Vertreter und ihre Artikel:

43 Folders – Whining, Blue Smoke & the Mechanics of Getting Unstuck

Dumb Little Man – 10 Skills you must develop to succeed

Freelance Switch – 9 Ways to Enjoy Freelancing More

Live Hack – 10 Keys to Work/Life Balance

Shanel Yang – How to Be a Great Salesperson or Blogger

Auch ich lese einige davon, ertappe mich allerdings dabei, inzwischen einen gewissen antagonistischen Impuls zu entwickeln. Noch ein wenig mehr davon, und ich eröffne das Blog “fuckupyourlife” mit vielen tollen Beiträgen zu “10 ways to be unhappy”, “How to get broke in just one day” oder “No longer hampered by your lifepartner – 5 quick ways to get rid of him”.

Man kann diesen Frust natürlich auch abbauen wie Kathrin Passig – man schreibe ein Buch über Prokrastination, mit dem Titel Dinge geregelt kriegen ohne einen Funken Selbstdisziplin. Auf der dazugehörigen Webseite mit Blog Prokrastination.com läßt sie sich dazu weiter aus:
Wir haben “Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin” aus Notwehr geschrieben. Und weil es bestimmte Bücher geben muss, auch wenn man sie dafür erst mühsam selbst schreiben muss. Wir wollen den vielen Menschen eine Stimme sein, die zwischen den verhärteten Fronten der überfleißigen Arbeitstiere und der allesablehnenden Faulenzer leben. Wir möchten uns durchaus nützlich machen – aber zu unseren Bedingungen…

Also nicht über Gebühr von den Ratgebern kirre machen lassen – wir sind nicht automatisch Versager, nur weil wir nicht “Inbox Zero” leben (immer ein leeres Postfach), noch keine zwanzig Mitarbeiter haben und die Topfpflanze im Büro doch wieder eingegangen ist, weil nie gegossen. Die eigene Arbeitsweise zu optimieren bedeutet für mich, dass man sich selbst mit dem Ergebnis wohlfühlt; egal ob sortierter oder unsortierter, produktiver oder unproduktiver.

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3 comments on “100 Wege, um sich zu frustrieren?

  1. Stephan on said:

    Danke für den schönen Beitrag. Für den Erfolg gilt immer der eigene Maßstab und nicht der irgendwelcher Leute, die mir sagen, was gut für mich ist. Also lieber mal relaxen und darüber nachdenken, was der eigene Maßstab tatsächlich ist. Und sich vor allen Dingen dabei nicht allzu viel ablenken von wohlmeinenden Menschen wie Allen, Ferriss, Covey oder eben auch Passig.

    • bgrossmann on said:

      Danke dir für deine nettes Feedback! Und interessant, dass du dieser Meinung bist, obwohl dein Toolblog ja auch eher in die GTD-Richtung geht (ich lese es aber immer gerne *G*).

      • Stephan on said:

        Ebenfalls Danke für das Feedback. Ich denke, dass mit dem Toolblog ist ein kleines Mißverständnis. Natürlich gibt es da auch Hinweise zu GTD. Da steht aber nie, dass diese oder jene Methode zur Glückseligkeit führt. Ob etwas nützlich ist oder nicht, überlasse ich den Lesern.
        Insofern kann ich den letzten Satz Deines Artikels besonders unterstreichen – ganz dick.

   
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